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Zacharias Topelius

Zacharias Topelius
14.1.1818, Uusikaarlepyy – 12.3.1898, Sipoo

1840 Magister der Philosophie, 1844 Lizenziat und 1847 Doktor der Philosophie, Kaiserliche Alexander-Universität

Schriftsteller
1842–1860 Redakteur bei der schwedischsprachigen Zeitung Helsingfors Tidningar
1846–1850 temporärer Bibliotheksassistent, Universitätsbibliothek
1854–1863 Außerordentlicher Professor für Finnische Geschichte, 1863–1875 Professor für die Geschichte Finnlands, Russlands und der Nordischen Länder, Kaiserliche Alexander-Universität
1875–1878 Rektor, Kaiserliche Alexander-Universität

Werke von Zacharias Topelius

Ehrungen
Ehrenmitglied der Finnischen Literaturgesellschaft und der Gesellschaft für Schwedische Literatur in Finnland
1877 Ritter II. Klasse des russischen Ordens der Heiligen Anna
1878 Titel Valtioneuvos (Staatsrat)

Bild: Helsingin kaupunginmuseo
Autor: Eliel Kilpelä (Tomas Sjöblom, Hrsg.)
Übersetzer:
Uwe Dirksen

Topelius’ Journalistenlaufbahn

Zacharias Topelius wurde im Dezember 1841 bei der schwedischsprachigen Zeitung Helsingfors Tidningar als Redakteur eingestellt. Sein Gehalt von 200 Silberrubel war nicht besonders hoch, vor allem, da er für das Gehalt seiner Sommervertretung selbst aufkommen musste. Eigentlich war es Topelius‘ Ziel, nach seinem Magisterabschluss eine Anstellung als Lehrer zu finden; zumindest hielt seine Mutter dies für eine geeignetere berufliche Alternative. Catharina Sofia Topelius war von der Berufswahl ihres Sohnes nicht überzeugt und beanstandete seine Wahl einer so unsicheren Lebensunterhaltsquelle. Besondere Besorgnis erregte die Berufswahl, da Topelius verlobt war und somit ein Gehalt brauchte, mit dem er zukünftig eine Familie versorgen könnte. Es stellte sich jedoch schon bald heraus, dass der junge Redakteur ein gewandter Schreiber war und somit die Fähig besaß, neue Abonnenten für die Zeitung zu gewinnen.

Topelius, der als junger Student selbst eine Menge verschiedenster Literatur gelesen hatte, zeigte als Redakteur die Fähigkeit, seine erworbenen literarischen Erfahrungen in eine beträchtliche Anzahl an Fortsetzungsromanen und schriftlichen Beiträgen für die Zeitung umzusetzen. Topelius gab sich nämlich nicht – wie zu jener Zeit üblich – damit zufrieden, die Zeitung durch Ausschneiden und Einkleben von Artikeln aus anderen Zeitungen zusammenzustellen. Er verfasste fleißig neues Material, darunter sowohl Tatsachenberichte als auch fiktive Erzählungen.

Ein früher, sich als beliebt erwiesener Fortsetzungsroman war der Leopoldinerbreven (auf Schwedisch), der in den Jahren 1842–1853 herausgegeben wurde. Es handelt sich dabei um eine in Briefform geschriebene Serie von Kommentaren und Überlegungen aus Finnland an Leutnant Leopold, einen fiktiven Landsmann, der als Offizier der russischen Armee in Georgien stationiert ist. Während der letzten vier Jahre der Serie richten sich die Briefe an Leutnant Leopolds Cousine Leopoldine in Alaska.

Zacharias Topelius als Redakteur der Helsingfors Tidningar im Jahr 1845. Bildquelle: Svenska Litteratursällskapet i Finland.

Topelius sah die Arbeit als Journalist nicht als großes oder ernstzunehmendes literarisches Werk an. Er probierte frei verschiedene Genres und Stile aus. Seine Beiträge reichten von Horror- und Schelmengeschichten bis hin zu längeren und ambitionierteren historischen Novellen. Auch der historische Roman Välskärin kertomuksia (dt. Erzählungen eines Feldschers) wurde in den Jahren 1851–1866 als Fortsetzung in der Helsingfors Tidningar publiziert.

Der Fleiß lohnte sich. Die Auflage verdoppelte sich innerhalb von zehn Jahren von 741 Exemplaren im Jahr 1842 auf 1600 Exemplare im Jahr 1852. Infolgedessen bekam auch Topelius eine Gehaltserhöhung. Vorausschauend hatte dieser schon im Jahr 1843 sein Gehalt an die Zahl der Abonnenten gebunden. Schon im Jahr 1845 war sein Gehalt auf 500 Rubel gestiegen, was dem Verdienst eines jungen Lektoren entsprach. Als er im Jahr 1860 sein Amt bei der Zeitung kündigte, lag sein Gehalt bei 2500 Rubel, in derselben Größenordnung wie das eines Senators. Im Vergleich zum allgemeinen Lohnniveau in der Gesellschaft verdiente Topelius gutes Geld. Zum Vergleich soll an dieser Stelle erwähnt werden, dass der von Topelius‘ Mutter im Jahr 1845 angestellte Knecht etwa 57 Rubel inklusive Unterkunft, Verpflegung und Kleidung verdiente.

Zu Topelius‘ Zeiten bei der Helsingfors Tidningar entwickelte sich die finnische Presse deutlich: Es stiegen sowohl die Anzahl der Zeitungen als auch deren Auflagen. Während seiner 19 Jahre als Redakteur fand Topelius Anlass, die Erweiterung des bürgerlichen Macht- und Einflussbereichs zu bezeugen sowie selbst daran teilzunehmen, aber auch seine geplante Lehrerlaufbahn aufzugeben.

Zacharias Topelius ist oft als sanfter Märchenonkel in Erinnerung. Bildquelle: Stadtmuseum Helsinki.

Quellenangaben und eine Auswahl schwedischsprachiger Literatur:

  • Nyberg, Paul, Zachris Topelius. En biografisk skildring, Helsingfors: Söderströms 1949
  • Topelius, Zachris, Leopoldinerbrev. Correspondance från Helsingfors, utg. av Clas Zilliacus, Helsingfors: Schildts 2003
  • Topelius, Zacharias, Självbiografiska anteckningar, utg. Paul Nyberg, Helsingfors: Schildts och Stockholm: Bonniers 1922
  • Topelius, Zacharias, Ljungblommor, utg. Carola Herberts under medverkan av Clas ­Zilliacus, ZTS I, SSLS 742, Helsingfors: Svenska litteratursällskapet och Stockholm: Atlantis 2010
  • Topelius, Zacharias, Finland framställdt i teckningar, utg. Jens Grandell och Rainer Knapas, ZTS XII, SSLS 747, Helsingfors: Svenska litteratursällskapet och Stockholm: Atlantis 2011
  • Topelius, Zacharias, Noveller, utg. Pia Forssell, ZTS IV, SSLS 770, Helsingfors 2012
  • Zacharias Topelius, Hertiginnan af Finland och andra historiska noveller, utg. Forssell, Pia, ZTS V, SSLS 782, Helsingfors 2013
  • Vasenius, Valfrid, Zacharias Topelius. Hans lif och skaldegärning I–VI, Helsingfors: Edlunds I–III 1912–1918, Schildts IV–VI 1924–30 och Stockholm: Bonniers I–V 1913–1927
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